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Schneespuren

Hier in der Kölner Bucht gibt es selten Schnee. Und wenn es dann schneit, will jeder es sehen.


Auch ich bin an diesem Tag für einen Spaziergang raus. Alles war so wie immer, nur der Schnee hatte die Landschaft komplett verändert.


An einer Stelle des Ufers kann man die ganze Stadt sehen. Selbstzentriert wie ich war dachte ich, dass ich dort immer der Einzige wäre, der von dort aus die Stadt betrachtet. Doch dann stutzte ich: Es waren Spuren im Schnee zu sehen. Ganz eindeutig. Hier war schon jemand gewesen und hatte denselben Ausblick genossen.


Das machte mich irgendwie nachdenklich und ich ging weiter. Wäre der Schnee nicht da gewesen, hätte ich es nie bemerkt, dass ich nicht der Einzige an diesem für mich besonderen Ort war.


Eine halbe Stunde später kehrte ich wieder um und besuchte erneut diese Stelle. Und siehe da: Es war wieder eine neue Spur dazu gekommen.


Vielleicht passiert es uns öfter als wir meinen, dass wir denken wir sind alleine. Mit einem bestimmten Gefühl, negativ oder positiv. Einer Idee. Einer Geschichte. Und dann verändert sich etwas und wir erkennen, dass sich Pfade gekreuzt haben. Still und heimlich. Ohne viel Aufsehen oder eine Begegnung.

 
 
 

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